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BPE 6 · J1

Grundlagen relationaler Datenbanken

Du strukturierst Daten in Tabellen, erkennst Schlüssel und beurteilst, was große Datenbestände leisten können.

Bildungsplanbezug: BPE 6.1 / 6.2 / 6.5 · interne Lerneinheit 6.1.1

Geschätzte Lernzeit: 40 Minuten

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Das kannst du danach

  • Datenbank und Datenbankmanagementsystem unterscheiden
  • Tabellen, Datensätze und Attribute zuordnen
  • Primär- und Fremdschlüssel begründen
  • Redundanz sowie Chancen und Risiken von Massendaten erklären

Verständlich erklärt

Eine Datenbank ist ein strukturierter, dauerhaft gespeicherter Datenbestand. Das Datenbankmanagementsystem (DBMS) ist die Software, die diesen Bestand verwaltet, Abfragen ausführt und Regeln überwacht. Im relationalen Modell beschreibt eine Relation gleichartig aufgebaute Datensätze; in der Datenbank arbeiten wir dafür mit Tabellen. Eine Zeile ist ein Datensatz, eine Spalte steht für ein Attribut. Ein Datentyp legt den Wertebereich fest. Ein Kandidatenschlüssel identifiziert jeden Datensatz eindeutig und enthält kein dafür überflüssiges Attribut. Einer wird als Primärschlüssel (PK) ausgewählt: Seine Werte sind eindeutig und nicht NULL. Namen sind ohne zusätzliche Geschäftsregel häufig keine geeigneten Schlüssel. Ein Fremdschlüssel (FK) verweist auf einen Schlüssel einer anderen oder derselben Tabelle. Referenzielle Integrität verhindert Verweise auf nicht vorhandene Datensätze; NOT NULL kann zusätzlich eine verpflichtende Zuordnung verlangen. Redundanz entsteht, wenn dieselbe Tatsache unnötig mehrfach gespeichert wird. Eine Änderung nur einer Kopie erzeugt widersprüchliche Angaben; beim Löschen des letzten abhängigen Datensatzes kann auch die letzte Kopie einer anderen Information verschwinden. Große Datenbestände können wiederkehrende Nachfrage oder Engpässe zeigen. Ein Zusammenhang beweist jedoch noch keine Ursache. Verzerrte Stichproben können Gruppen falsch abbilden; aus verknüpften Orts- und Zeitdaten lassen sich unter Umständen Personen wiedererkennen. Weniger identifizierende Merkmale und zusammengefasste Auswertungen können Risiken verringern, ersetzen aber keine sorgfältige Prüfung.

  • Datenbank
  • DBMS
  • Relation
  • Datensatz
  • Attribut
  • Kandidatenschlüssel
  • Primärschlüssel
  • Fremdschlüssel
  • Datenintegrität
  • Massendaten

Beispiel

WORKSHOP
WorkshopID (PK) | Titel       | Plaetze
31              | Datenlabor  | 12
32              | Datenlabor  | 18

ANMELDUNG
AnmeldungID (PK) | WorkshopID (FK)
801              | 31
802              | 31

Der Titel darf sich wiederholen; WorkshopID nicht.
WorkshopID 99 darf erst referenziert werden, wenn es
diesen Workshop gibt. Eine Auswertung je Monat kann
Nachfrage zeigen, ohne Teilnehmernamen anzuzeigen.

Typische Fehler

  • Die Verwaltungssoftware mit den gespeicherten Daten verwechseln
  • Einen zufällig eindeutigen Namen ohne Geschäftsregel zum Schlüssel erklären
  • Einen Fremdschlüssel mit einer immer eindeutigen Spalte verwechseln
  • Viele Daten automatisch für repräsentativ oder anonym halten

Kurz zusammengefasst

Tabellen ordnen Daten; Schlüssel verbinden sie zuverlässig. Gute Datenhaltung vermeidet widersprüchliche Kopien und betrachtet bei Auswertungen auch Datenqualität und Personenbezug.

Abi-Bezug

Begründe einen Schlüssel anhand der Geschäftsregeln. Benenne bei Massendaten einen konkreten Nutzen und ein konkretes Risiko des beschriebenen Einsatzes.

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Prüfe deine Lösung automatisch. Bei Bedarf helfen dir ein Tipp und anschließend die Musterlösung.

BPE 6J11 Punkteleicht

Datenbestand und Verwaltungssoftware

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Aufgabenstellung

Ein Lernatelier speichert Workshops und Anmeldungen. Welche Aussage unterscheidet Datenbank und DBMS richtig?

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2 Tipps anzeigen
  1. Trenne den gespeicherten Inhalt von der Software, die damit arbeitet.
  2. Überlege, welche Komponente eine Abfrage ausführt und Integritätsregeln überprüft.
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Die Datenbank ist der gespeicherte, strukturierte Datenbestand. Das DBMS ist die Verwaltungssoftware; es verarbeitet Abfragen und überwacht Regeln.
BPE 6J11 Punkteleicht

Tabelle, Datensatz und Attribut

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Aufgabenstellung

WORKSHOP hat die Spalten WorkshopID, Titel und Plaetze. Eine Zeile lautet (31, Datenlabor, 12). Was ist in diesem Beispiel das Attribut?

Ausgabe bzw. Vorschau

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  1. Ein Attribut beschreibt eine Eigenschaft gleichartiger Objekte.
  2. Die vollständige Zeile enthält die Werte mehrerer Attribute für einen Workshop.
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Plaetze ist ein Attribut. 12 ist der konkrete Attributwert; die vollständige Zeile ist ein Datensatz.
BPE 6J12 Punktemittel

Kandidatenschlüssel begründen

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Aufgabenstellung

Für TEILNEHMER gilt verbindlich: TeilnehmerID wird eindeutig vergeben; EMail ist immer angegeben und darf bei keiner anderen Person vorkommen. Nachname und Geburtstag dürfen sich wiederholen. Welche Attribute sind jeweils allein Kandidatenschlüssel? Wähle alle richtigen Antworten.

Ausgabe bzw. Vorschau

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  1. Ein Kandidatenschlüssel muss jeden Datensatz bei allen erlaubten Datenständen eindeutig bestimmen.
  2. Hier sichern die Geschäftsregeln genau zwei einzelnen Attributen diese Eindeutigkeit zu.
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TeilnehmerID und EMail sind jeweils allein eindeutig und minimal. Nachname und Geburtstag sind es nach den ausdrücklich genannten Regeln nicht. Einer der beiden Kandidatenschlüssel kann als Primärschlüssel gewählt werden.
BPE 6J12 Punktemittel

Den Fremdschlüssel benennen

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Aufgabenstellung

Gegeben sind WORKSHOP(WorkshopID als PK, Titel) und ANMELDUNG(AnmeldungID als PK, WorkshopID als FK). Jede Anmeldung verweist damit auf ihren Workshop. Nenne nur den Namen des Fremdschlüsselattributs in ANMELDUNG.

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  1. Gesucht ist das Attribut, das einen Datensatz der anderen Tabelle identifiziert.
  2. AnmeldungID identifiziert die Anmeldung selbst; der Verweis hat denselben Namen wie der Workshop-Schlüssel.
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WorkshopID ist in ANMELDUNG der Fremdschlüssel und verweist auf WORKSHOP.WorkshopID. In WORKSHOP selbst ist WorkshopID der Primärschlüssel.
BPE 6J12 Punktemittel

Referenzielle Integrität anwenden

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Aufgabenstellung

WORKSHOP enthält nur die IDs 31 und 32. ANMELDUNG.WorkshopID ist ein überprüfter Fremdschlüssel auf WORKSHOP.WorkshopID. Was geschieht beim Einfügen einer Anmeldung mit WorkshopID 99, solange kein Workshop 99 vorhanden ist?

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  1. Der Fremdschlüssel verlangt einen vorhandenen Zielwert.
  2. Er prüft die Zuordnung; er erfindet weder einen neuen Workshop noch einen Ersatzwert.
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Das Einfügen verletzt die referenzielle Integrität und wird abgewiesen. Zuerst müsste ein gültiger Workshop 99 angelegt oder eine tatsächlich passende vorhandene ID gewählt werden.
BPE 6J12 Punktemittel

Probleme redundanter Speicherung

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Aufgabenstellung

In jeder Anmeldung werden zusätzlich WorkshopTitel und der Name der Workshopleitung kopiert. Angaben über Workshops stehen ausschließlich in diesen Anmeldungszeilen. Welche Probleme können entstehen? Wähle alle richtigen Antworten.

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  1. Eine Änderung müsste in allen Kopien derselben Tatsache ankommen.
  2. Überlege, was von einem Workshop übrig bleibt, wenn seine letzte Anmeldungszeile gelöscht wird.
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Die erste Situation ist eine Änderungsanomalie, die zweite eine Löschanomalie. Eine eigene Workshop-Tabelle mit Verweisen aus ANMELDUNG speichert die Workshopangaben unabhängig von der Zahl der Anmeldungen.
BPE 6J12 Punktemittel

Massendaten: einen Nutzen begründen

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Aufgabenstellung

Ein Verkehrsverbund zählt über viele Monate Fahrgäste je Linie und Zeitfenster. Personenkennungen werden für die folgende Planung nicht benötigt. Welche Auswertung nutzt die Daten sinnvoll und bleibt in ihrer Aussage angemessen?

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  1. Eine große Zahl von Beobachtungen kann wiederkehrende Muster sichtbar machen.
  2. Ein erkanntes Muster unterstützt eine Planung; es beweist nicht automatisch eine Ursache oder eine Aussage über Einzelpersonen.
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Zusammengefasste Fahrgastzahlen können bei der bedarfsgerechten Planung helfen. Die Entscheidung sollte Datenqualität und weitere Einflüsse berücksichtigen. Ein statistischer Zusammenhang allein ist kein Kausalnachweis.
BPE 6J13 Punkteanspruchsvoll

Massendaten: Risiken erkennen

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Aufgabenstellung

Eine App sammelt genaue Aufenthaltsorte und Zeitpunkte. Nur ein Teil der Bevölkerung nutzt die App. Welche Risiken sind trotz eines großen Datenbestands möglich? Wähle alle richtigen Antworten.

Ausgabe bzw. Vorschau

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  1. Mehrere scheinbar harmlose Merkmale können in Kombination identifizierend wirken.
  2. Die Menge der Beobachtungen sagt noch nicht, welche Menschen überhaupt beobachtet wurden.
Lösung anzeigen
Genaue Bewegungsmuster können eine Wiedererkennung ermöglichen. Eine nicht repräsentative Nutzergruppe kann außerdem verzerrte Ergebnisse liefern. Das bloße Entfernen von Namen und eine große Datenmenge schließen diese Risiken nicht aus.

Lektionsabschluss

Bearbeite Aufgaben, um deine Auswertung zu sehen.