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BPE 6 · J1

ER-Modell und eERM

Du übersetzt einen Sachverhalt in Entitätstypen, Attribute und Beziehungen mit nachvollziehbaren Kardinalitäten.

Bildungsplanbezug: BPE 6.1 · interne Lerneinheit 6.1.2

Geschätzte Lernzeit: 50 Minuten

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Das kannst du danach

  • Entität, Entitätstyp und Attribut unterscheiden
  • 1:1-, 1:n- und n:m-Beziehungen aus Regeln ableiten
  • Mindest- und Höchstbeteiligung eindeutig angeben
  • Beziehungsattribute und ergänzte Schlüssel im Modell erkennen

Verständlich erklärt

Eine Entität ist ein einzelnes betrachtetes Objekt, etwa der Workshop mit ID 31. Ein Entitätstyp fasst solche Objekte zusammen, etwa WORKSHOP. Attribute beschreiben Eigenschaften wie Titel oder Startdatum. Eine Beziehung verbindet Objekte, etwa ein Standort bietet einen Workshop an. Kardinalitäten entstehen aus den Geschäftsregeln, nicht allein aus wenigen Beispieldaten. 1:n bedeutet hier: Ein Objekt auf der ersten Seite kann mehreren Objekten auf der zweiten Seite zugeordnet sein, diese aber jeweils höchstens einem auf der ersten Seite. n:m erlaubt mehrere Zuordnungen in beiden Richtungen. Zusätzlich benennt (min, max) die Mindest- und Höchstzahl der zugeordneten Objekte: (0,n) erlaubt keine oder beliebig viele, (1,1) verlangt genau eines. Wir schreiben immer ausdrücklich dazu, für welches Objekt gezählt wird. Ein Attribut wie Anmeldedatum gehört zur Beziehung zwischen Teilnehmer und Workshop, wenn es von genau dieser Anmeldung abhängt. In diesem Kurs bezeichnet eERM eine gemeinsame Darstellung von Entitätstypen, Beziehungen und den ergänzten Primär- und Fremdschlüsseln der Tabellenstruktur. Bei 1:n wird dazu der Schlüssel der 1-Seite als Fremdschlüssel auf der n-Seite ergänzt. Eine Positionsnummer, die nur innerhalb einer Bestellung eindeutig ist, benötigt zusammen mit der Bestellung einen zusammengesetzten Schlüssel. Solche vom Eigentümer abhängigen Objekte werden auch schwache Entitäten genannt. Als ausdrücklich gekennzeichnete Vertiefung betrachten wir außerdem Generalisierung: Untertypen übernehmen gemeinsame Eigenschaften eines Obertyps und ergänzen eigene. Das ist eine andere Erweiterung des ER-Modells und hier kein zusätzlich behaupteter Pflichtinhalt des Bildungsplans.

  • Entität
  • Entitätstyp
  • Attribut
  • Beziehung
  • Kardinalität
  • (min, max)
  • Beziehungsattribut
  • eERM

Beispiel

Entitätstyp STANDORT: StandortID (PK), Bezeichnung
Entitätstyp WORKSHOP: WorkshopID (PK), Titel
Beziehung: STANDORT bietet WORKSHOP an

Je Standort: 0 bis n Workshops.
Je Workshop: genau 1 Standort.
Maximale Kardinalität STANDORT : WORKSHOP = 1:n.

eERM-Ergänzung bei WORKSHOP:
StandortID (FK) verweist auf STANDORT.StandortID.

TEILNEHMER -- meldet sich an -- WORKSHOP
Je Teilnehmer und je Workshop sind mehrere Gegenstücke
möglich: n:m. Anmeldedatum beschreibt die Beziehung.

Typische Fehler

  • Ein einzelnes Objekt mit seinem Entitätstyp verwechseln
  • Mindestbeteiligung aus einer reinen 1:n-Angabe ablesen
  • Die Richtung einer Kardinalitätsangabe offenlassen
  • Anmeldedaten dauerhaft einem Teilnehmer oder Workshop allein zuordnen

Kurz zusammengefasst

Leite jedes Modellelement aus dem Sachverhalt ab. Formuliere Kardinalitäten in beide Richtungen und ordne Attribute genau der beschriebenen Tatsache zu.

Abi-Bezug

Erläutere Beziehungen mit vollständigen Sätzen: Wie viele Objekte der Gegenseite sind je Objekt erlaubt oder erforderlich? Kennzeichne die verwendete Notation.

Jetzt selbst ausprobieren

Prüfe deine Lösung automatisch. Bei Bedarf helfen dir ein Tipp und anschließend die Musterlösung.

BPE 6J11 Punkteleicht

Entitätstyp oder Eigenschaft?

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Aufgabenstellung

Das Lernatelier verwaltet Teilnehmer mit Name und Geburtsdatum sowie Workshops mit Titel und Startdatum. Welche beiden Begriffe sind nach dieser Beschreibung Entitätstypen? Wähle beide aus.

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  1. Ein Entitätstyp umfasst mehrere unterscheidbare Objekte.
  2. Name, Datum und Titel beschreiben hier Eigenschaften dieser Objekte.
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TEILNEHMER und WORKSHOP sind Entitätstypen. Geburtsdatum beschreibt einen Teilnehmer; Titel beschreibt einen Workshop.
BPE 6J11 Punkteleicht

Eine Entität eindeutig identifizieren

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Aufgabenstellung

Jeder Workshop hat eine eindeutige WorkshopID. Derselbe Titel kann an verschiedenen Tagen wiederkehren, und mehrere Workshops können am selben Tag beginnen. Welches Attribut ist anhand dieser Regeln als Identifikator geeignet?

Ausgabe bzw. Vorschau

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  1. Der Identifikator muss auch zwei gleich benannte Workshops unterscheiden.
  2. Nur für ein Attribut ist die Eindeutigkeit ausdrücklich garantiert.
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WorkshopID ist der geeignete Identifikator. Titel und Startdatum dürfen sich jeweils wiederholen.
BPE 6J12 Punktemittel

Kardinalität aus dem Sachverhalt

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Aufgabenstellung

Ein Standort kann mehrere Workshops anbieten. Jeder Workshop findet an genau einem Standort statt. Welche maximale Kardinalität gilt in der ausdrücklich angegebenen Richtung STANDORT : WORKSHOP? Antworte mit 1:1, 1:n oder n:m.

Ausgabe bzw. Vorschau

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  1. Zähle zuerst die möglichen Workshops eines einzigen Standorts.
  2. Zähle danach die möglichen Standorte eines einzigen Workshops.
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STANDORT : WORKSHOP ist 1:n. Ein Standort kann mehrere Workshops haben; jeder Workshop ist genau einem Standort zugeordnet.
BPE 6J12 Punktemittel

Mindest- und Höchstbeteiligung lesen

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Aufgabenstellung

Im Modell gilt: Je Standort gibt es (0,n) Workshops; je Workshop gibt es (1,1) Standorte. Welche Situationen sind erlaubt? Wähle alle richtigen Antworten.

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  1. Die erste Zahl nennt das Minimum: 0 erlaubt eine fehlende Beteiligung, 1 nicht.
  2. Die zweite Zahl nennt das Maximum: n erlaubt mehrere, 1 höchstens eines.
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Ein Standort ohne Workshops und ein Standort mit zwei Workshops sind erlaubt. Jeder Workshop braucht dagegen genau einen Standort.
BPE 6J12 Punktemittel

Ein Attribut der Beziehung zuordnen

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Aufgabenstellung

Teilnehmer können mehrere Workshops buchen, Workshops haben mehrere Teilnehmer. Jedes Teilnehmer-Workshop-Paar wird höchstens einmal angemeldet. Für jede Anmeldung soll ihr Anmeldedatum gespeichert werden. Wohin gehört dieses Datum fachlich?

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  1. Ein Teilnehmer kann sich an verschiedenen Tagen für verschiedene Workshops anmelden.
  2. Auch die Teilnehmer desselben Workshops können unterschiedliche Anmeldedaten haben.
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Anmeldedatum beschreibt das konkrete Paar aus Teilnehmer und Workshop und ist deshalb ein Beziehungsattribut.
BPE 6J12 Punktemittel

Ein eERM um den Fremdschlüssel ergänzen

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Aufgabenstellung

Hier bedeutet eERM: ER-Darstellung mit ergänzten Primär- und Fremdschlüsseln der späteren Tabellen. STANDORT(StandortID als PK) bietet WORKSHOP(WorkshopID als PK) an; je Workshop gilt genau ein Standort, je Standort sind mehrere Workshops erlaubt. Welche Ergänzung passt?

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  1. Bei 1:n kann jedes Objekt der n-Seite den Schlüssel seines einen Gegenstücks speichern.
  2. Mehrere Workshops dürfen deshalb dieselbe StandortID referenzieren.
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WORKSHOP.StandortID ist der Fremdschlüssel auf STANDORT.StandortID. Die beiden Primärschlüssel bleiben eigenständig; sie müssen keine gleichen Werte haben.
BPE 6J13 Punkteanspruchsvoll

Vertiefung: Generalisierung und Untertypen

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Aufgabenstellung

Zusätzliche Vertiefung: NUTZER hat NutzerID und Name. LERNENDER und LEHRKRAFT sind Untertypen. Eine Person darf beiden Untertypen angehören. Welche Aussagen folgen aus diesem Modell? Wähle alle richtigen Antworten.

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  1. Untertypen übernehmen die gemeinsamen Eigenschaften ihres Obertyps.
  2. Die Beschreibung erlaubt Überschneidungen ausdrücklich; diese Spezialisierung ist also nicht disjunkt.
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LERNENDER und LEHRKRAFT übernehmen NutzerID und Name von NUTZER. Die Spezialisierung ist überlappend, weil beide Rollen gleichzeitig erlaubt sind. Generalisierung ist hier ausdrücklich Zusatzstoff; die Aufgaben zu ER-Kardinalitäten setzen sie nicht voraus.
BPE 6J13 Punkteanspruchsvoll

Nur gemeinsam eindeutig

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Aufgabenstellung

Jede BESTELLPOSITION gehört genau einer BESTELLUNG. PositionsNr beginnt in jeder Bestellung erneut bei 1 und ist nur innerhalb dieser Bestellung eindeutig. BestellungID ist global eindeutig; eine zusätzliche PositionsID gibt es nicht. Nenne den minimalen Schlüssel einer Position als zwei Attributnamen, mit Komma getrennt.

Ausgabe bzw. Vorschau

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  1. PositionsNr allein unterscheidet nicht die Position 1 zweier verschiedener Bestellungen.
  2. BestellungID allein unterscheidet nicht mehrere Positionen derselben Bestellung.
Lösung anzeigen
Der minimale Schlüssel ist (BestellungID, PositionsNr). Erst die Kombination bestimmt die Position eindeutig; jedes der beiden Attribute allein reicht nicht.

Lektionsabschluss

Bearbeite Aufgaben, um deine Auswertung zu sehen.